In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung. Familien, die dieses Schicksal tragen, brauchen Unterstützung und Hilfestellung für diese besondere Situation. Daraufhin wurde 2002 der anerkannte gemeinnützige Verein Bundesverband Kinderhospiz e.V. ins Leben gerufen.* Wir sind mit dem Bundesverband Kinderhospiz ins Gespräch gegangen, um über die Anlaufstelle frag-oskar.de zu sprechen.

Angehörige, betroffene Kinder und jeder, der sich mit dem Thema "Kind und Sterben" konfrontiert sieht, kann sich dorthin wenden - wenn gewünscht ganz anonym. Wir sind dankbar Herrn Toussaint für die Aufklärung in diesem Bereich begrüßen zu dürfen. Er ist der Kommunikationsleiter des Bundesverband Kinderhospiz e.V. und kennt viele der Familien, die vom Bundesverband Kinderhospiz begleitet werden und weiß um deren Sorgen und Nöte.

Unser Interview mit Herr Toussaint vom Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Welche Hilfsangebote bietet der Bundesverband Kinderhospiz e.V. und welches Zielbild verfolgen Sie?

Herr Toussaint: "Der Bundesverband Kinderhospiz macht sich seit dem Jahr 2002 für die 50.000 Familien in Deutschland stark, die ein unheilbar krankes Kind in ihrer Mitte haben, und wir helfen diesen schnell und unkompliziert. Eine wesentliche Aufgabe ist, dass wir möchten, dass diese Familien aus dem sozialen Abseits in die Mitte unserer Gesellschaft zurückgeholt werden.

Wir sind über unser OSKAR Sorgentelefon rund um die Uhr – also wirklich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – kostenlos und anonym unter der Nummer 0800 88 88 47 11 für alle Menschen erreichbar, die mit diesem Tabu-Thema „Kind und Sterben“ konfrontiert sind – und das gilt auch für Menschen in Trauer. Neben dem OSKAR Sorgentelefon betreibt der Bundesverband Kinderhospiz die Hilfsplattform www.frag-oskar.de. Dort gibt es unter anderem einen moderierten Live-Chat für betroffene Jugendliche, deren Geschwister und Freund*innen und einen moderierten Live-Chat für betroffene Familie. Desweiteren bieten wir auch eine Sprechstunde für sozialrechtliche Fragen und die Mailberatung OSKAR-Sorgenmail an.

Der Bundesverband Kinderhospiz vertritt als Dachverband die Interessen von mehr als 130 ambulanten und stationären Kinderhospizeinrichtungen, fördert und unterstützt diese und ist eine starke Gemeinschaft für die Kinderhospizarbeit in Deutschland. Als Fachverband sind wir Ansprechpartner für Politik, Wissenschaft, Medizin, Kostenträger, Ehrenamtliche, Förderer und Spender und leisten Lobbyarbeit für die Kinderhospizarbeit in Deutschland.

Wir haben ein sehr vielschichtiges Angebot. Zum einen bieten wir die direkte Hilfe und Unterstützung für die betroffenen Familien. Zum anderen ist es uns aber auch ein großes Anliegen ein langfristiges, nachhaltiges und verlässliches Hilfsnetzwerk für die Kinderhospizarbeit in ganz Deutschland aufzubauen – denn Kinderhospizarbeit ist ein alternativloser Rettungsanker für Familien in größter Not!"

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Wer wendet sich an das Hilfsportal Frag-OSKAR des Bundesverbands Kinderhospiz?

Herr Toussaint: "Frag-OSKAR ist für alle Menschen da, die mit dem Tabu-Thema „Kind und Sterben“ konfrontiert sind – auch für Menschen in Trauer.

Das bedeutet, dass Frag-OSKAR Ansprechpartner für viele verschiedenste Menschen ist: Für erkrankte Kinder und Jugendliche, für deren Eltern und Geschwister. Aber Frag-OSKAR ist auch da für weitere Angehörige - für Omas, Opa, Tanten und Onkel! Sowie für Freunde*innen und Nachbar*innen und nicht zuletzt auch für pädagogische und medizinisch-pflegerische Fachkräfte, die sich auch ans uns wenden und für verwaiste Angehörige."

Bei welchen Anliegen können sich diese Menschen an Frag Oskar wenden?

Herr Toussaint: "Die Themen der Menschen, die sich an Frag-OSKAR wenden, sind sehr vielseitig. Beispielsweise geht es um Fragen zur ambulanten und stationären Unterstützung in der Kinderhospizarbeit. Es geht aber auch um Sozialrecht, die Versorgung und Betreuung von Geschwistern, Suizid, Trauerbegleitung, psychosoziale Begleitung, pädagogische und pflegerische Fragen, Bestattungswesen - all die Fragen, die aufgeworfen werden, wenn ein Kind erkrankt und sterben wird."

Welche weiteren Hilfsangebote können schwerkranke Kinder oder Angehörige in Anspruch nehmen?

Herr Toussaint: "Es haben sich betroffene Familien an uns gewandt und haben gesagt: "Wir brauchen eure Hilfe, wir brauchen die Unterstützung vom Bundesverband Kinderhospiz, aber es ist eine sehr große Belastung darüber zu sprechen. Wir brauchen andere Wege um mit euch in Kontakt zu treten". Und daraufhin haben wir die beiden moderierten Live-Chats für schwerstkranke Jugendliche, deren Geschwister und Freunde*innen und einen moderierten Live-Chat für betroffene Familien ins Leben gerufen.

Ein ganz wichtiges Thema ist auch die OSKAR Sorgenmail, so dass auch Hilfe und Beratung auf diesem Weg in Anspruch genommen werden kann. Und natürlich gibt es auch die Sprechstunde für sozialrechtliche Fragen. Das heißt wir möchten mit diesem Angebot Frag-OSKAR bedarfsgerecht auf vielen verschiedenen Ebenen erreichbar sein und die Betroffenen selber können auswählen, in welcher Form sie Kontakt zum Bundesverband Kinderhospiz aufnehmen möchten."

Wer sitzt am anderen Ende, wenn ich bereit bin mich an Frag Oskar zu wenden?

Herr Toussaint: "Wir haben bestens qualifizierte Telefon-, Chat- und Mailberater*innen. Das sind geschulte Ehrenamtliche, die alle aus dem psychosozialen und medizinisch-pflegerischen Bereich kommen und Erfahrung im Kinderhospizbereich haben. Sie werden regelmäßig von uns fortgebildet und erhalten Supervision und Intervision. Das ist eine echte Herausforderung dort zu arbeiten und die Aus- und Weiterbildung unserer Berater ist uns ein sehr großes und wichtiges Anliegen."

Wie finanziert sich Frag Oskar?

Herr Toussaint: "Frag-OSKAR finanziert sich leider zu einem sehr großen Teil durch Spenden! Das ist ein grundlegendes Problem, das wir in der Kinderhospizarbeit haben. Wir leben in einem reichen Land und trotzdem ist Kinderhospizarbeit existentiell auf Spenden und Ehrenamt angewiesen – daher ist jede Unterstützung eine ganz wertvolle und wichtige Hilfe, um diese Familien, die ein sehr hartes Schicksal zu tragen haben, nicht allein zu lassen!"

Wie kann ich den Bundesverband Kinderhospiz e.V. und Frag Oskar unterstützen?

Der Bundesverband Kinderhospiz e.V. ist dankbar für jede Spende. Hier finden Sie auf der Webseite von Frag-OSKAR alle Wege, um Ihre Spende einzureichen. Helfen Sie mit, die Beratung für Hilfesuchende weiterhin möglich zu machen.

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Zusätzlich zur direkten Spendenmöglichkeit an den Bundesverband Kinderhospiz e.V. können Sie Ihre Spende außerdem direkt über unsere Plattform aufgeben. Nach der Erstellung Ihres Vorsorgedokuments über meine-vorsorgedokumente.de können Sie Ihren gewünschten Spendenbetrag im Checkout-Prozess auswählen. Dieser Spendenbetrag wird in unserem Spendentopf gesammelt, welcher anschließend Ende März 2021 an den Bundesverband Kinderhospiz e.V. in voller Höhe überwiesen. Ab einem Spendenbetrag von 20 € erhalten Sie zusätzlich eine Spendenquittung vom Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Hier finden Sie Hilfe

Wenn Sie mit dem Thema „Kind und Sterben“ konfrontiert sind oder wenn Sie einen Menschen kennen, der die Unterstützung des Bundesverbands Kinderhospiz e.V. benötigt, können Sie gern die Angebote von Frag-OSKAR nutzen oder diese weitergeben:

Oskar Sorgentelefon: Das Oskar Sorgentelefon erreichen Sie kostenlos unter 0800 8888 4711 - rund um die Uhr und komplett anonym.

Oskar Sorgenmail Online Beratung: Hier gelangen Sie zur Sorgenmail Online Beratung.

Moderierte Live-Chats: Sie möchten sich mit anderen Betroffenen austauschen? Hier finden Sie Informationen zum Jugend-Chat und zum Familien-Chat.

Sprechstunde für sozialrechtliche Fragen: Die Sprechstunde betreut die Juristin Tanja Schwabe und ist für Sie jeden Freitag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr unter 0511 279 157 11 22 erreichbar.


Wir bedanken uns ganz herzlich für den Austausch mit Herrn Toussaint vom Bundesverband Kinderhospiz e.V. Es ist wichtig, diese Informationen zu verbreiten, damit betroffene Menschen und Familien die Hilfe bekommen, die Sie in dieser speziellen Lage benötigen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten eine gute Zeit und viel Gesundheit.


Quelle:
*https://www.bundesverband-kinderhospiz.de/home/über-uns